Exkursionen-Übersicht



Frühjahrsexkursion 2017



Die Frühjahrsexkursion unseres Vereins hatte im Mai 2017 die Ziele Lauchhammer, Cottbus, den Park Branitz, Kloster Neuzelle und Eisenhüttenstadt im Visier.



Die vom Vereinsfreund Herrn Gotthard Voss dankenswerter Weise organisierte Exkursion führte diesmal in die Niederlausitz, die von vielen Mitgliedern auf Grund der Unkenntnis der Gegend eher als Ausland eingestuft werden müsste. Dies kann auch als Grund dafür angesehen werden, dass mit 5 Stationen ein straffes Besichtigungsprogramm angeboten wurde.



1.Ziel: Lauchhammer

Samstag, 20.Mai 2017. Der Ort wurde durch seine Bodenschätze bekannt. Bereits die um 1725 entdeckten Rasenerz-Funde führten zum Bau eines Eisenwerkes mit 4 Hochöfen. 1851 wurde die erste Grube zur Förderung der Braunkohle angelegt. Deren großflächiger Abbau

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Die sogenannten Bio-Türme

und ihre Verarbeitung zu Koks bzw. Benzin in 24 Ofeneinheiten beschäftigte bis zu 12.000 Arbeiter. Um die Braunkohle fördern zu können, mussten im Laufe der Zeit 136 Dörfer ganz oder teilweise aufgegeben werden. Ab 1968 diente das Werk vorrangig der Ferngas- und Fernwärme-Erzeugung. Nach 1990 erfolgte der totale Rückbau aller Anlagen mit Ausnahme der sog. Bio-Türme. In ihnen wurde das Abwasser in 3 Durchläufen mittels biologischer Kulturen in einer einfachen Technologie vom Phenol befreit. Obwohl erst 1957 erbaut, stehen sie bereits unter Denkmalschutz. Heute hat wieder die Natur die Oberhand gewonnen: So sind nicht nur wieder 12 Wolfsrudel in dieser Gegend heimisch geworden, sondern auch Auerhühner und Lachse angesiedelt.

2.Ziel: Cottbus

Um es vorweg zu nehmen: Die Stadt machte auf uns alle einen unerwartet guten Eindruck. Als erstes besichtigten wir das Internationale Kommunikations- und Medienzentrum IKMZ, mit anderen Worten: die Bibliothek der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus/Senftenberg mit mehr als 7000 Studenten. Der 7-stöckige Glasbau stammt von dem Schweizer Architektenbüro Herzog und de Meuron, das auch die Elbphilharmonie in Hamburg projektiert hat. 2006 erhielt der Bau den Preis für den besten deutschen Bibliotheksbau.


Anschließend statteten wir der Klosterkirche mit ihren 5000 Gemeindemitgliedern, eines der ältesten Gebäude der Stadt, einen kurzen Besuch ab. Bemerkenswert ist hier nicht nur das sehr schmale Schiff, sondern auch die Darstellung des Kreuzes als „Baum des Lebens“, bei dem die Seitenflügel geschwungen sind und sich der senkrechte Mittelbalken nach oben verjüngt. Die Beschriftung ist in wendischer Sprache vorgenommen worden. Alle kommunalen Gebäude in Cottbus tragen den Krebs als Zeichen der Familie, die sich große Verdienste beim Aufbau der Stadt erworben hat. Auf einem Doppelgrabmal aus dem 14. Jh. sieht man das einzigartige Motiv, wie der Mann den rechten Arm um die Schulter der Frau legt und dazu auf seinem Schild und Brust das Krebswappen derer von Cottbus trägt, das zum Stadtwappen wurde und uns an einigen öffentlichen Gebäuden der Stadt begegnete.

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Klosterkirche mit dem sehr schmalen Kirchenschiff

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Darstellung des Kreuzes als "Baum des Lebens"

Der Cottbuser Markt lässt keine kriegsbedingten Lücken mehr erkennen, dafür aber den Brandenburgischen Baustil wie z. B. die geringere Etagenanzahl. In einem Restaurant am Markt war die Mittagspause zur Einnahme des vorbestellten Essens eingeplant.

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Marktplatz von Cottbus

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Gleich neben dem alten Stadttor die schönen Bronzefiguren

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Reste der alten Stadtmauer von Cottbus



Cottbus ist auch bekannt für sein im Jugendstil 1905/06 erbautes Bürgertheater, das zum Großteil aus Spenden der 20 Tuchfabriken finanziert werden konnte. Architekt war Bernhard Sehring aus Edderitz, der neben vielen anderen Gebäuden in Deutschland auch die

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Roseburg (Harz) projektierte. Von der heutigen Bausubstanz stammen noch 80 % aus dem Baujahr 1905. Seit 1966 steht das Haus unter Denkmalschutz. Die uns führende Theaterpädagogin wies darauf hin, dass es sich gleichwohl nicht um einen reinen Jugendstil-Bau handelt. Die Führung wurde uns dankenswerter Weise trotz der wenig später stattfindenden Premiere des Schauspiels „Hexenjagd“ ermöglicht.

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Unsere Übernachtung im schönen Landhotel in Turnow



Die Übernachtung war im Landhotel in Turnow ca. 12 km nördlich von Cottbus bestellt. Die Betreuung unserer Reisegruppe durch die Mitarbeiter des Hotels war gut. Der gemütliche Abend wurde dann auch in die Länge gezogen. Die Zimmer waren in sehr ordentlichem Zustand. Auch die Küche hat uns am Abend und zum Frühstück positiv überrascht.






3.Ziel: Park Branitz

Sonntag, 21.Mai 2017. Begonnen wurde der 2.Exkursionstag bei Sonnenschein mit einem Spaziergang durch einen Teil des Parks Branitz, der von Fürst von Pückler (1785 -1871) nach englischem Vorbild als Landschaftspark einschließlich Barock-Schloss und Pyramiden künstlich angelegt worden ist.

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4.Ziel: Kloster Neuzelle

Errichtet wurde das Kloster 1268 als Zisterzienser-Einrichtung durch den Wettiner Heinrich der Erlauchte. Der Bau war von reiner Funktionalität geprägt. Die Zeit der Reformation war eine

Kloster Neuzelle

zweite Einflussgröße auf die Einrichtungen, bis das Kloster 1817 aufgelöst worden ist und sich noch heute in diesem Zustand befindet. Auf dem Gelände steht neben der Klosterkirche, die aus einer gotischen Ausstattung in eine barocke umgebaut wurde und dadurch überladen wirkt, noch eine zweite, die sog. Leute-Kirche. Der Kreuzgang ist sehr gut restauriert. Dabei sind Teile von alten Fresken wieder sichtbar gemacht worden. Anstelle eines Heiligen Grabes kann das Kloster mit Passionsdarstellungen in Form von fünf Bühnenbildern

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aus der Zeit um 1750 aufwarten, auf denen die Passion mit lebensgroßen Figuren dargestellt ist. Von den ursprünglich 240 Teilen sind noch 220 erhalten. Im kommenden Jahr begeht das Kloster sein 750jähriges Bestehen.

5.Ziel:Eisenhüttenstadt

Die Stadt wurde in den 50er Jahren als Wohnort für die Arbeiter im Eisenhüttenkombinat Ost gegründet. Die Gebäude sind heute restauriert und von vielen Grünflächen umgeben. Bei der kurzen Stadtrundfahrt, zu der auch das traditionelle Kuchenbuffet dazugehörte, stellte sich

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schon die Frage, ob es in dieser Grenzgegend auch in Zukunft ausreichend Arbeitsplätze geben wird, um der Stadt eine wirtschaftliche Basis zu geben und somit den Wegzug folgender Generationen zu vermeiden,auch in Zukunft ausreichend Arbeitsplätze geben wird, um der Stadt eine wirtschaftliche Basis zu geben und somit den Wegzug folgender Generationen zu vermeiden.



Bericht: Jürgen Becker
Fotos:
Werner Penke
Datum:01.06.2017


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