




Herbstexkursion 2013
Am 12. Oktober führte unsere Exkursion nach Allstedt, Heldrungen und Bad Frankenhausen
Die schon zur Tradition gewordene Herbstexkursion führte 2013 an die süd-westliche Landes-
grenze
Sachsen-Anhalts und ins angrenzende Thüringen.

Turm des Vorschlosses Allstedt

Profunde Führung durch Herrn Voß
Nach nur kurzer Fahrt durch die anfangs neblige, dann aber herbstliche Landschaft war Burg und Schloss Allstedt, zwischen Sangerhausen und Artern gelegen, erste Station der Reise. Es ist ein geschichtsträchtiger Ort, nicht umsonst zur Straße der Romanik gehörend. Bereits 875 findet die Kernburg Allstedt im Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld Erwähnung. Kaiser wie Otto I., II. und III., aber auch Könige nutzten den Ort als Pfalz. Das Vorschloss stammt aus barocker Zeit, dessen Turm Welsche

Rundgang im Burggraben

Innenhof vom Schloss Allstedt
Renaissancegiebel zieren. Der Leiter der Exkursion, Herr Gotthard Voß, fand für seine äußerst sachkundig
vorgetragenen Informationen wie immer interessierte Zuhörer.
Ein tiefer Graben schützt die
Burganlage, da die Edelherren von Querfurt
sie im Spätmittelalter zu einer Wehrburg ausbauten.Sehenswert ist nicht nur der Palas mit der imposanten
Burgküche und dem größten Kamin im deutschen Burgenbau, sondern auch die Ausstellung im Museum über die
Geschichte der Gebäude, in
denen u. a. Goethe 1776 und 1778 im Auftrag des Weimarer Hofes als Minister weilte.

Eingang zur Wasserfestung Heldrungen - mit der um 1520 entstandenen Dreiflügelanlage
Die Gebäude sind bereits Mitte der 1970-er Jahre anlässlich der 450-Jahr-Feier des Bauernkrieges
restauriert worden.

Disput zwischen Th. Müntzer und M.Luther
Thomas Müntzer soll hier die berühmt gewordene Fürstenpredigt gehalten haben, in der er die Fürsten
anklagte und die ihm deren Hass einbrachte.
In der Schlosskapelle wurde uns ein Streitgespräch
zwischen Martin Luther und Thomas Müntzer
vorgetragen.
Nächster Halt unseres Reisebusses war die Wasserfestung Heldrungen. Die um 1520 entstandene
Dreiflügelanlage, die auf eine Burg aus dem 13. Jh. zurück geht, war durch eine stark befestigte
Zugbrücke und einen doppelten Wassergraben
gut gesichert, der anlässlich der Rekonstruktion der Burg auch wieder hergestellt worden ist.

Schlossanlage Heldrungen
Im Turm der Vorgängeranlage (links im Bild) soll Thomas Müntzer vom 17. bis 23.5.1525 inhaftiert gewesen
sein.
Das Gebäude beherbergt heute nicht nur eine Jugendherberge, sondern auch gastronomische
Einrichtungen, in der wir unser Mittagessen
einnahmen.
Die dritte Station unserer Burgen-Tour, Bad Frankenhausen, ist ebenfalls durch die neue
Autobahn 71 gut zu erreichen. Die Solevorkommen machten einst die Stadt sehr reich.
Der Bau des
Schlosses erfolgte in den Jahren 1533
bis 1537. Vom ursprünglichen Schlossensemble sind heute praktisch keine weiteren Gebäude mehr erhalten.
Und selbst das Schloss hat im Laufe der Zeit viele Veränderungen erfahren, zuletzt den Anbau des
gläsernen Seitenflügels zur Vergrösserung
der Museumsfläche.

Schloss Bad Frankenhausen mit Museumsanbau

Der schiefe Turm der ehemaligen Ober-
kirche in Bad Frankenhausen
Neben dem Schloss ist die zweite Sehenswürdigkeit der Stadt der schiefe Turm der ehemaligen Oberkirche
der Pfännerschaft. Ursache der Senkung nach Südosten sind Gipsschichten im Untergrund, die durch die
Sole ihre Tragfähigkeit verlieren.
Mit derzeitig 4,60 m Abweichung von der Senkrechten (jährliche Zunahme früher etwa 6 cm, nach
Stabilisierungsmaßnahmen jetzt 2 cm) soll die Neigung angeblich größer sein als beim Turm von Pisa. Ende
2011 hat die Stadt den Turm erworben
und damit vorläufig vor dem Abriss gerettet. Für Stabilisierungsmaßnahmen fehlen aber ca. eine Million
Euro.
Text und Fotos: Elke und Jürgen Becker
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