Archiv - Aktuelles 2020




Vereinsinformation vom 30.Juli 2020


Wiederherstellung wichtiger Schmuckformen auf der Burgbrücke unterhalb der Moritzburg Konzeption zur Beschaffung und Aufstellung der Burgbrückenlampen.

Kurzbeschreibung der Baugeschichte:

Zu den wichtigen Aufgaben der Denkmalpflege bei Maßnahmen zum Erhalt und dem weiteren Gebrauch eines Denkmals gehört es, darauf zu achten, möglichst viel vom historischen Bestand zu bewahren und neue Ergänzungen, den originalen Details weitestgehend angenähert, einzufügen. Diese allgemeine denkmalpflegerische Zielstellung führte bei den wiederherstellenden Arbeiten an der Burgbrücke unterhalb der Moritzburg in Halle zu erfreulichen Ergebnissen.

Halle

Halle

Halle

Artickel: Auszug MZ vom 5.August 2020 Foto Silva Zöller

Die Brücke wurde gebraucht, als sich die Stadt am Ende des 19. Jahrhunderts, nach dem Abbruch der Stadtbefestigung in nördlicher und südlicher Richtung ausdehnte, um Wohnungen für die zuwandernden Industriearbeiter errichten zu können. Dieser Bauboom war mit der Anlage neuer Verkehrswege verbunden. So entstand auf den die Altstadt bisher umgebenden Wallanlagen eine Ringstraße, die wegen des fehlenden Saaleübergangs im Norden zunächst an der Moritzburg endete. Als gleichzeitig über die Saale hinweg, der Burg gegenüber, ein weiteres geschlossenes Wohngebiet, die so genannte Klaustorvorstadt entstand und zur Verkehrserschließung die Robert-Franz- Straße parallel zur Mühlgrube angelegt wurde, kam es zum Ringschluss. Dazu wurde der nördliche Moritzburggraben für die Straße verbreitert, der Südabhang des Jägerberges durch eine hohe Stützmauer gesichert und mit der neuen Brücke ein weiterer Übergang über die Mühlgrube der Saale geschaffen.

Diese so genannte „Burgbrücke“, mit einer Fahrbahn und beidseitigen Fußwegen, wurde 1898 errichtet. Ihre Unterkonstruktion besteht, bis heute erhalten, aus neun neben einander stehenden genieteten Stahlbindern, die mit einem leichten Gefälle nach Westen den Graben bogenförmig überspannen. Zum besonderen Brückenschmuck gehörten verzierte schmiedeeiserne Geländer, in der Mitte rundbogig mit fünf aufgesetzten Kugeln überhöht. Auf den Geländeranfängern, den Brückenkörper markierenden steinmetzmäßig bearbeiteten Postamenten aus rotem Porphyrstein, sollten reich verzierte Kandelaber stehen, wie sie auf einer Zeichnung in der Bauakte im Stadtarchiv abgebildet sind. Ob diese die Brücke jemals geschmückt haben, konnte bisher nicht bestätigt werden.

Wiederherstellungen:

Die Brücke wurde mehrfach repariert. Die aufwendigste Maßnahme erfolgte 1966, bei der mit dem Verschwinden des geschmiedeten Geländers, der Brücke ihr besonderes Aussehen genommen wurde.

2012 führten die Anforderungen an den Brückenkörper, durch eine seit 1989 zunehmende Verkehrsbelastung und die gestiegenen statisch konstruktiven Erforderungen an ein solches historisches Bauwerk, zum Beginn der Planung einer weitgehenden Sanierung. Ihre dringende Notwenigkeit bestätigten zusätzlich die Folgen des Hochwassers im Sommer 2013. Innerhalb der Gesamtmaßnahme sind die wiederhergestellten Geländer, in ihrer ursprünglichen Gestalt weitgehend angenähert, als sehr erfreuliche Entscheidung besonders zu erwähnen, auch wenn sie nicht wie ursprünglich handwerklich geschmiedet sind. Die neuen Geländer werten auch die vier Postamente zusätzlich auf und machen darüber hinaus eine gestalterische Lücke deutlich, die mit neuen darauf montierten, hochstehenden Lampen, die möglichst der geplanten alten Form entsprechen sollten, wieder geschlossen werden könnte.

Projektvorschlag:

Der Hallesche Verein „Freunde der Bau- und Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt e.V.“ hat sich dazu bereiterklärt, diese schöne Aufgabe zu übernehmen. Ein innerhalb dieses Vereins eingerichteter „Förderkreis Burgbrückenlampen“ wird für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein, die benötigten Finanzmittel einwerben und die Beschaffung der Lampen organisieren.

Voraussetzungen:

Nach Kontakten zu entsprechenden Firmen und den Fragen zu ihren Möglichkeiten, die von uns gewünschten Lampen herzustellen, konnte sich die Firma ROBERS in Südlohn, unmittelbar an der Niederländischen Grenze mit ihrem Angebotskatalog als die geeignetste überzeugend ausweisen. Sie zeigte sich nach Kenntnisnahme der übersandten historischen Zeichnung zur Übernahme eines entsprechenden Auftrages zur Herstellung der vier Lampen bereit.

Damit der Verein und der Förderkreis wissen was sie erwartet, wurde auf die entsprechende Anfrage als unverbindliche Preisangabe überschläglich pro Lampe bis ca.15.000 € als etwaige Richtsumme angegeben.

Als weiterer Voraussetzung bedarf es für dieses Vorhaben an einem Baudenkmal der denkmalrechtlichen Genehmigung durch die Denkmalbehörde der Stadt Halle. Darin müssten auch die Ergebnisse der Absprachen mit anderen zuständigen Fachbereichen enthalten sein.

Terminvorstellungen:

Es wäre wünschenswert, wenn die denkmalrechtliche Genehmigung von der Stadt Ende Mai vorliegen könnte. Damit bliebe dem Förderkreis ausreichend Zeit, zum Ende des Jahres 2020 das gesteckte Ziel zu erreichen, die benötigte Geldsumme einzusammeln.

Sobald das positive Ergebnis vorliegt, kann der Auftrag zur Herstellung der Lampen auslöst werden, mit der Aussicht der Lieferung und Montage im Jahr 2021. Halle (Saale) am 03.03. / 30.07.2020

Martina Lehman


für den Vorstand
Gotthard Voß



für den Förderkreis







Vereinsinformation vom 25.07.2020


Stellungnahme des Architekturkreises Halle e.V. zur geplanten Marktplatzgestaltung

In Abstimmung mit:

BDA LV Sachsen-Anhalt | Freunde der Bau- und Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt e.V. | AKI Arbeitskreis Innenstadt e.V.


Artikel in Auszügen am 15. Juli in der MZ unter Lokales veröffentlicht.

In den vergangenen Wochen wurden in der Tagespresse Ergebnisse von Zukunftswerkstätten der Stadtverwaltung für die Bürger und Händler veröffentlicht und dazu verschiedene Stimmen eingefangen, eine Wiedervorlage im Stadtrat zur Diskussion am kommenden Mittwoch, dem 15.07.2020 ist nach bereits erfolgter mehrheitlicher Ablehnung geplant.

Der Architekturkreis begrüßt eine offene Diskussion zur Gestaltung des Marktplatzes, möchte aber gleichzeitig Bedenken zur Art dieses Verfahrens äußern.

Es hat seit der Wende einige Wettbewerbe rund um die Marktplatzgestaltung gegeben, bis hin zur Diskussion zu einem möglichen Wiederaufbau des alten Rathauses an dieser jetzt für ein zukünftig etablierteres Marktreiben vorgesehenen Stelle.

Die aus einem Siegerentwurf des Landschaftsarchitekturbüros Rehwaldt aus dem Jahre 2003 hervorgegangene Platzgestaltung, hat sich durchaus als flexibel für verschiedenste Nutzungen und Veranstaltungen erwiesen, damit aber nicht nur Freunde gefunden.

Festzustellen bleibt, dass der Marktpatz noch „Schärfungen“ seiner Raumkanten verträgt – so z.B. den nicht vollendeten Kopfbau nebst zu ordnendem Anschlussquartier am südöstlichen Platzende am ehemaligen Standort der „Börse“ oder auch einen neuen Platzauftakt aus Richtung Boulevard ggfs. unter Bezugnahme auf historische Raumfluchten oder Niveauunterschiede, sei es in baulicher Ausprägung oder gar durch eine von Vielen gewünschte begrünte Platzfassung.

Die derzeit in der Presse als favorisiert dargestellten Lösungen mit containerartigen Baukörpern sollen zwar konzeptionell dafür einstehen nur temporär zu sein, können aber auch sehr schnell als „baulich gesetzt“ wahrgenommen werden. Die Idée eines verglasten Ausstellungspavillions mit Aussicht auf den Markt musste ja bereits als Umbauung des Roten Turmes aus den 1970-er Jahren dem sich ändernden Zeitgeschmack folgend wieder weichen.

Die Vielfalt der Lösungswege erfordert vor allem ein fachlich fundiertes Herangehen auf der Grundlage umfassender städtebaulicher, historischer und gestalterischer Untersuchungen, am besten in einem weiteren Wettbewerbsverfahren – nicht von Investoren, sondern nach geltenden Wettbewerbsrichtlinien in einem Gestaltungswettbewerb, offen für die Beteiligung namhafter europäischer Architekturbüros.

Ein sensibles Vorgehen sei also an dieser Stelle angemahnt – ein so wichtiger Ort wie der Marktplatz von Halle gehört letztendlich auch in anerkannte Gremien wie den Gestaltungsbeirat der Stadt.

Vorschnelles Handeln wird die unterschiedlichsten Interessenlagen wohl kaum berücksichtigen können und die Stadt Halle nur in durchschnitts-ambitionierter Provinzialität verharren lassen. Aber noch ist es nicht zu spät für einen wegweisenden Konsens, der die „alte Diva“ wieder ins Rampenlicht einer europäischen Großstadtbühne rücken kann.



Uwe Zeh

Architekt BDA, Vorsitzender des Architekturkreises Halle e.V. ---> Aktuelles






Vereinsinformation vom 25.06.2020


Eichendorffbank - Geschichte und Bedeutung

Die Eichendorffbank ist eine denkmalgeschützte steinerne Bank in den Klausbergen im Norden von Halle, die zur Erinnerung an Joseph von Eichensdorffs Studienzeit in der Saalestadt errichtet wurde.
Eichendorff war einer der bedeutensten Schriftsteller und Lyriker der Romantik und studierte von Mai 1805 bis August 1806 in Halle.

Obwohl die Bank in den Jahren 1946 und 1970 bereits restauriert wurde, ist sie heute, einschliesslich ihrer Umgebung in einem sehr desolaten Zustand.
Es ist dringend geboten, eine Sanierung der Eichendorffbank oberhalb der Saale auf dem Klausberg anzuregen.

Die Denkmalfreunde haben eine Initiative ins Leben gerufen, welche die restauratorische Instandsetzung der Eichendorffbank zum Ziel hat.

Die Aufgabe ist nun, den verantwortlichen Behörden der Stadt Halle eine fachgerechte Grundlage für die dringend erforderliche Restaurierung der Eichendorffbank zuzuarbeiten.

Ausführliche Informationen sind im Seitenmenü unter Kurzberichte abrufbar oder direkt über den Link Eichendorff erreichbar.






Vereinsinformation vom 28.05.2020


Mitteilung des Vereins Freunde der Bau- und Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt e.V. zum Tag des offenen Denkmals am 13.09.2020

Motto: Chance Denkmal – Erinnern. Erhalten. Neu denken.



Sehr geehrte Damen und Herren,

der Tag des offenen Denkmals ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands und findet jährlich am zweiten Sonntag im September statt. An diesem Tag öffnen im "Normalfall" bundesweit tausende historische Stätten kostenfrei ihre Türen und machen somit auf die Bedeutung und den Erhalt unseres kulturellen Erbes aufmerksam. Als Konsequenz aus dem Beschluss der Bundesregierung, alle Großveranstaltungen bis derzeit 31. August zu untersagen, müssen auch für den Tag des offenen Denkmals, Deutschlands größtes Kulturevent für die Denkmalpflege, veränderte Wege eingeschlagen werden. Unser Verein Freunde der Bau- und Kunstdenkmale e.V. organisierte jährlich die Eröffnungsveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals und erfasste in einem Programmheft die geöffneten Denkmale.

Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie haben wir nach umfangreichen Abstimmungen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz/Bonn im Vereinsvorstand beschlossen, in diesem Jahr nicht die Vorbereitung und Ausgestaltung zum Tag des offenen Denkmals für unsere Region zu organisieren, denn eine Kontrolle der einzuhaltenden Hygienevorschriften können wir als kleiner Verein einfach nicht realisieren. Wir haben aber die Hoffnung, dass wir unter „normalen Bedinungen“ im Jahr 2021 wieder in bewährter Weise den Tag des offenen Denkmals für unsere Region organisieren können.

Hier noch unser Hinweis:

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bietet eine Alternative und ruft stattdessen dazu auf, Denkmale kontaktfrei und digital zu präsentieren. Der Tag des offenen Denkmals wird digital! Ab Juni 2020 finden die Denkmaleigentümer Leitfäden zur digitalen Umsetzung, erste Anregungen und Tipps unter: "Tag des offenen Denkmals wird digital"

Mit freundlichen Grüssen

Martina Lehmann
Vereinsvorsitzende



Verein Freunde der Bau-und Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt e.V

Alle Kontaktdaten können Sie dem Impressum entnehmen und über den Link Impressum sind diese verfügbar.







Vereinsinformation vom 25.05.2020


Liebe Vereinsfreundinnen und Vereinsfreunde,


aus dem gegebenen Anlass „Corona“ konnten wir uns in den vergangenen 2 Monaten nicht im normalen Rhythmus bewegen und handeln. Auch wir haben als Vorstand im „Home Office“ agiert.
Wichtig war und ist, dass wir alle diese Zeit gut und gesund überstehen und das „Normale Leben“ für uns wieder Einzug halten kann. Mit diesem MITGLIEDERBRIEF möchte ich Ihnen die im Vorstand erarbeiteten aktuellen Informationen mitteilen sowie auf geplante Veranstaltungen hinweisen.

Sie können, wenn gewünscht, die ausgewählten Seiten mit der Tastenkombination Strg und P auf Ihrem Drucker ausdrucken.


Zum Mitgliederbrief vom 27.Mai 2020





Vereinsinformation vom 13.März 2020 Liebe Vereinsfreundinnen und Vereinsfreunde,

hier finden Sie das Protokoll von der Klausurberatung zur weiteren Gestaltung unserer Vereinstätigkeit für die Jahre 2020-2021.


Zur Klausurberatung 2020